Über das Projekt Ohrenblicke
Themen
Ursprung

Nach meiner Diplomarbeit im Studiengang Ton- und Bildtechnik und einer anschließenden 10-monatigen Australienreise bewarb ich mich im Jahr 2003 bei diversen Rundfunkanstalten und Studios als Toningenieur. Meinen Bewerbungen legte ich meist eine CD bei mit kommentierten Ausschnitten aus meinen Produktionen bei, die ich mit "Ohrenblicke meines Lebens" betitelte. Sie enthielt auch Geräuschaufnahmen aus Australien und Thailand, kommentiert mit den Worten: "Schall ist vergänglich. Geräusche, die einmal verklungen sind, kehren nie mehr zurück. Man muss sie einfangen, bevor sie für immer verstummen."

Diese Worte hatte ich ohne viel nachzudenken heruntergeschrieben und aufgenommen. Ich brauchte ein paar stimmungsvolle Sätze, die meine Aufnahmen kommentieren sollten. Später durften sie in etwas gekürzter Form die Startseite meiner Homepage zieren. Denn wie mir schnell klar wurde, beschreiben sie auf wunderbare Art und Weise meine große Leidenschaft: Das Konservieren von Klängen und Geräuschen, das Einfangen von Ohrenblicken. Ohrenblicke sind akustische Momente, die wir täglich erleben und die wir in unserer von Reizen überfluteten Welt oft kaum bewusst wahrnehmen oder schnell wieder vergessen. So stand auch schnell der Name für meine Homepage fest: Ohrenblicke.

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Podcast

Seit vielen Jahren sammle ich Ohrenblicke, akustische Momentaufnahmen, die ich meist auf Reisen einfange. Mit Hilfe dieser Ohrenblicke kann ich mich auch viele Jahre später wieder in vergangene Situationen zurückversetzen. Meine akustischen Reiseerinnerungen sind oftmals direkter und intimer als es Fotos sein können, die immer nur einen Ausschnitt wiedergeben.

Im Jahr 2006 hatte ich mich aufgrund einer Anfrage, einen Jingle für einen Podcast zu komponieren, zum ersten Mal näher mit dem neuen Medium Podcasting beschäftigt, um das zu dieser Zeit ein ziemlicher Hype veranstaltet wurde. Auch wenn die ersten Podcasts, die ich hörte, meine Ohren nicht selten arg in Mitleidenschaft zogen, sei es durch miserablen Sound, belanglose Inhalte oder peinliche Selbstdarstellungen einiger Podcastproduzenten, erkannte ich recht schnell die vielen Möglichkeiten dieses Mediums: Audioproduktion völlig frei und unabhängig einem größeren und wachsenden Publikum durch ein Abonnement-System zugängig machen zu können, das war neu und weitreichender als das bloße Veröffentlichen von mp3-Dateien auf der Homepage. Und es war genau das richtige Medium für meine gesammelten Ohrenblicke.

Ich überlegte mir ein Konzept für ein Audio-Magazin, in dem es nicht nur darum gehen sollte, Geräuschaufnahmen vorzustellen, sondern das die Hörer mit auf eine Reise nehmen sollte. Ich wollte die Illusion schaffen, dass wir uns allein mit unserem Hörsinn an bestimmte Orte oder in vergangene Zeiten versetzen können. Meine gesammelten Ohrenblicke sind für mich mit persönlichen Erinnerungen verbunden, ich selbst kenne den Orte, die Zeiten und die Situationen, in denen diese Aufnahmen entstanden sind und ich habe natürlich eine intensivere Beziehungen zu diesen Ohrenblicken als meine Hörer. Um die Hörer an meinen Erinnerungen und Gedanken teilhaben zu lassen, werden meine Geräuschaufnahmen von Reiseerzählungen, Geschichten oder auch kleinen Hörspielen begleitet, die ihnen einen Einblick in meine Innenwelt verschaffen oder einfach nur gut unterhalten und informieren sollen.

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Themen des Podcasts

Der Podcast Ohrenblicke verfolgt kein starres Konzept. Das Medium Podcasting gibt mir völlige Freiheit und Unabhängigkeit bei der Auswahl der Themen und deren Aufbereitung. Bei aller künstlerischen Freiheit ist es jedoch wichtig, eine gewisse Grundstruktur beizubehalten und wiederkehrende Elemente zu verwenden. So gibt es in jeder Folge in der Regel ein Hauptthema, das vorangestellt wird. Danach ist Platz für Rubriken, Hörerpost und spielerische Elemente. Diese Teile leben vor allem durch die Interaktion mit den Hörern. Es gibt Aktionen, bei denen die Hörer aufgefordert sind, aktiv zu werden, mir Anekdoten über besondere Ohrenblicke zu schicken oder über bestimmte Themen zu diskutieren. Um diese Interaktion besser zu strukturieren, wurde dieses Forum ins Leben gerufen.

Kunst und Unterhaltung, Tiefgang und Spaß müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, auch wenn diverse Kulturradiosender uns dies regelmäßig suggerieren. Neben den Themen Reise, "Audiotisches" (hier geht es vor allem um kreative Audio-Basteleien), "Schräge Vögel" (hier stelle ich Vögel vor, die besonders ungewöhnliche Geräusche machen sowie Künstler, auf die dieser Begriff im übertragenen Sinne zutrifft) und den regelmäßigen Anrufen meines alten Freundes Wilson ist auch meine Ukulele, die ich öfters zur musikalischen Untermalung bestimmter Elemente benutze, ein fester Bestandteil des Ohrenblicke-Podcasts und zu meinem Markenzeichen geworden. Eine Besonderheit ist, dass ich in diesem Podcast nur selbst produzierte Musik verwende. Dies erhöht einerseits den Produktionsaufwand nicht unerheblich, schafft aber auch einen Wiedererkennungswert und eine Individualität, die nur wenige Podcasts bieten können.

Als "Kassettenkind" der 70er und 80er bin ich natürlich mit Hörspielkassetten aufgewachsen und habe schon als Kind mit glühenden Ohren die Abenteuer der Drei Fragezeichen oder der Fünf Freunde verfolgt. Keine Frage, dass diese Prägung auch Einfluss auf meinen Podcast genommen hat. Ein besonders ungewöhnliches und aufwändiges Projekt war das Feature Die Stimmen der Unsichtbaren - ein fiktives Reality-Hörspiel. Hier wurde eine Reportage mit einer fiktiven Handlung verbunden und zu einem "Hörspiel über ein Hörspiel" verarbeitet.

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Produktion

Ohrenblicke ist sicherlich eines der aufwändigsten nichtkommerziellen bzw. nichtgeförderten Audioprojekte, die man im Internet findet. Auch wenn das technische Equipment überschaubar ist, so stecken in jeder Folge doch etliche Arbeitsstunden und solides Audiohandwerk. Hinzu kommt der kompromisslose Anspruch, alles selbst zu produzieren, d.h. auch die Musik, die man im Podcast hört, ist von mir selbst komponiert und -gespielt. Ein schräger Ton hier und da, ein wenig Spontaneität, ein bisschen Mut zum Unperfekten und Experimentellen in einer ansonsten sehr aufwändigen Produktion sind das Salz in der Suppe und verleihen dem Ohrenblicke-Podcast Persönlichkeit und Nähe zum Hörer, die vielen glattgebügelten Kommerzproduktionen fehlen.

Folgende Aufgaben werden von einer einzigen Person erledigt: Konzeption, Recherche, Skript, Regie, Sprecher, Aufnahme, Schnitt, Sounddesign, Mischung, Musik. Hinzu kommt die Gestaltung des Internet-Auftritts (so auch die dieses Forums), die Beschreibungstexte der einzelnen Folgen, Kommunikation mit den Hörern usw.

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Zukunftsperspektiven

Podcasting ist ein kostenloser Dienst. Manche Anbieter finanzieren sich durch Werbung, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben den Luxus, ihre Produktionen durch Gebühren finanzieren zu können und haben dadurch einen entscheidenen Wettbewerbsvorteil. Der Ohrenblicke-Podcast wird von mir bislang selbst finanziert, ohne Werbung, ohne Kompromisse - ein Unterfangen, das man vielleicht mit dem Ausdruck Selbstausbeutung umschreiben könnte. Dass dieser Begriff jedoch nicht ganz trifft, hängt damit zusammen, dass mir die Produktion meines unabhängigen Audiomagazins Gewinne in anderer Form einbringt: bereichernde Diskussionen mit Hörern, neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die Möglichkeit vor Publikum zu experimentieren, Ausschnitte aus der Welt und der Zeit, in der ich lebe, für meine Nachkommen festzuhalten, interessante Kontakte, neue Freunde und nicht zuletzt die persönliche Befriedigung, einigen kommerziellen Anbietern zeigen zu können, wie man es besser machen kann.

Natürlich steht der Fortbestand eines solchen Projekts auf wackeligen Beinen. Einige Hörer haben sich bislang durch Geld- oder Sachspenden beteiligt, die natürlich bei weitem nicht meine Arbeitsstunden ausgleichen können, aber mein Durchhaltevermögen stärken und mich motivieren, dieses Projekt weiterzuführen. Unzählige Ideen warten noch darauf umgesetzt zu werden. Viele davon werden ohne Unterstützung von Geldgebern nicht möglich sein, zumindest nicht in der Form, wie sie mir vorschweben. Die bislang aufwändigste und kompromissloseste Folge Die Stimmen der Unsichtbaren hat mich mehrere Wochen Produktionszeit gekostet und soll als Beispiel dafür dienen, was möglich ist. Ein weiteres, ähnlich aufwändiges Projekt ist ohne Finanzierung jedoch nicht durchführbar. Da meine Downloadzahlen aber stetig wachsen und immer mehr Hörer vom Ohrenblicke-Virus infiziert werden, wird mein Podcast zunehmend auch für Sponsoren attraktiv, die die Produktion einzelner Folgen finanzieren könnten. Eine Alternative wäre, neben dem kostenlosen Podcast bestimmte, aufwändigere Inhalte kostenpflichtig anzubieten. Ein wichtiger Grundsatz für mein Projekt Ohrenblicke bleibt jedoch: Die Freiheit in Bezug auf Inhalt und Gestaltung und somit meine Glaubwürdigkeit und Seele dieses Projekts werde ich nicht verkaufen!

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Ohrenblicke unterstützen

Das Projekt Ohrenblicke kannst du auf unterschiedliche Weise unterstützen:

  • Schreibe mir deine Gedanken zu einer Folge oder einem Thema auf die Kommentarseite zur betreffenden Folge.
  • Schreibe mir deine Gedanken zu einer Folge oder einem Thema per E-Mail an post (at) ohrenblicke (Punkt) de.
  • Beteilige dich an den Aktionen, zu denen ich aufrufe. Diese findest du auch hier im Forum beschrieben.
  • Beteilige dich an diesem Forum mit deinen Beiträgen.
  • Empfehle den Podcast weiter, wenn er dir gefällt. Erzähle deinen Freunden davon. Es ist ausdrücklich erlaubt, die Folgen für private Zwecke auf CD zu brennen und weiterzugeben.
  • Schreibe eine Rezension bei den Portalen iTunes, Podster oder Podcast.de.
  • Füttere mein Sparschwein oder überweise einen beliebigen Betrag auf mein Spendenkonto!
  • Erfülle mir einen Wunsch.
  • Auch Sponsoren, die einzelne Projekte finanzieren möchten, sind herzlich willkommen, vielleicht können wir gemeinsam was auf die Beine stellen. Hier geht's zum Kontaktformular.
  • Und nicht zuletzt: Schalte deine Ohren auf Empfang und höre dir die Welt an, in der du lebst!

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Spendenkonto

Ohrenblicke ist für mich kein "Hobby", das man leicht aufgeben kann, sondern eine Berufung. Dass ich damit kein Geld verdiene, liegt am System des Podcastings. Legt man Materialkosten, meine kreative Leistung und die Arbeitsstunden zugrunde, würde eine Ohrenblicke-Folge von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro kosten. Damit dieses Projekt weiterleben kann, bin ich für jede Spende dankbar, ob es 1 Euro, 10 Euro oder 100 Euro sind, jede Spende ist willkommen und fließt in das Projekt!

  • Kontoinhaber: Jens Wenzel
  • Verwendungszweck: Ohrenblicke-Podcast
  • Deutsche Bank Düsseldorf
  • BLZ 300 700 24
  • Konto-Nr.: 0234971
  • IBAN DE13300700240023497100
  • BIC/SWIFT-Code DEUTDEDBDUE

Ich möchte alle Spender und Unterstützer auf dieser Seite auflisten. Wer das nicht möchte, gebe unter "Verwendungszweck" bitte den Zusatz "anonym" an! Gerne verwende ich auch Pseudonyme und verlinke die Homepage. E-Mail genügt!

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Unterstützer und Förderer

Folgende Personen oder Firmen haben das Projekt Ohrenblicke schon unterstützt (alphabetische Reihenfolge) durch Spenden, Geschenke oder andere herausragende Verdienste. Dafür vielen Dank! Wenn ich jemanden vergessen haben sollte, möge er sich bitte melden, es war keine Absicht!

Leopold Altenburg, Angelika Bachmann, Michael Beckmann, Sven Braun, Marc D., Marcus Dübel, Sarah Haake, Felix H., Christine Frachet-Hildebrandt, Tom Funker, Cord Hagen (Blindzeln), Claude Hohl, Michael Hunschock, HS-Security, Ike, Eva Immergrün, Rebekka Köbernick, Mathias Kopetzki, Sebastian Krämer, Eric M, Meiky, George Nussbaumer, Norman Osthus, Philipp, Michael Poelchau, Rrrolf, Peter Sagner-Festag, Petra Schächtele, Richard Schraudt, Luise Maria Sommer, Sebastian Storbeck, Björn Winkler, Wolkenohr, Juliane Zschau

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Links zum Thema:
Ohrenblicke-Homepage
Ein Text über Hansjörg Schmitthenners Projekt "Welthören", das mich seinerzeit sehr inspiriert hat