Ein Spektakel akustischer und optischer Peinlichkeiten oder ein Beitrag zur Völkerverständigung in Europa? Hat dieser Wettbewerb noch mit Musik zu tun oder ist das nur eine medial aufgemotzte Verschwendung von Fernsehgebühren? Und warum schneidet Deutschland immer so schlecht ab? Sagt mir eure Meinung!
Hmm, ich hab ihn mir diesmal nur in kompakter Form angetan, die letzten paar Lieder, inkl. Russland und Schnelldurchlauf zur Punktevergabe. Spontan ist mir da nur eingefallen, dass wir eigentlich, nachdem wir vor vielen Jahren Gildo Horn ins Rennen geschickt haben, uns über das jetzige Niveau nicht mehr beschweren können. Irgendwie haben wir das 'Jux und Dollerei' rumgealber damals losgetreten.
Das Lied der No-Angels find ich ganz ohrwurmig und hat mir immer gut gefallen, wenn es hier im Radio lief, so nebenbei. Dort auf der Bühne erschien mir es aber total dünn. Davon abgesehen fand ich das Timberland-Lied der Russen auch ziemlich mager.
Witziger weise ist das Land der Pop-Musik GB ja auch öfters bei den Schlusslichtern, in sofern sind die Angels doch in guter Gesellschaft. Allerdings scheinen die Tage der Angels nun gezählt.
Vor ein paar Tagen hab ich im Spiegel Online einen guten Artikel zu dem Thema gelesen, hier der Link:
Spiegel Online: Gebt Nobodys eine Chance!
Jetzt merk ich grade, dass ich Deine Frage noch gar nicht beantwortet habe...
Deutschland ist ja einer der größeren Beitragszahler für dieses Event, und einen gewissen Unterhaltungswert hat es ja schon, auch wenn wir öfters auf den hinteren Plätzen liegen. Ich glaub schon, dass es (vielleicht sogar dann erst recht) hohen Unterhaltungswert hat, wenn alle mitfiebern, wie schlecht unser Kandidat diesmal abschneidet. Häme und Spott statt Jubeln. Am nächsten Tag dann kollektive Aufregung und Mitleid.
Solange die ARD genug Kohle hat Florian Silbereisen und Co zu finanzieren, dann bitte auch den Song Contest.
... ja, es ist ein "Spektakel akustischer und optischer Peinlichkeiten", trotzdem sollte der Song Contest nicht abgeschafft werden. Man kann -- man muss!!! -- über Umsetzung, Abstimmung, Regeln diskutieren, aber ähnlich wie auch "Deutschland sucht den Superstar" bietet es Musikern (oder solche, die es gerne wären) eine Plattform. Über Inhalt, Umsetzung und Regeln kann man streiten, dennoch gilt: besser diese Chance (Plattform) als garkeine, egal, ob es nun eine Casting-Show, ein Song-Contest, eine Video-Sendung oder sonst eine Bühne ist. Leider wird im deutschen Fernsehen der Musik viel zu wenig Platz eingeräumt (der Retro-Wahn(sinn) in Die-Größten-Hits-Der-XXer-Shows und ähnlich oberflächlichen Müll sei dabei nicht ernst genommen und unberücksichtigt).
Schade, dass der European Song Contest zu einer reinen Trash-Show verkommen ist, die man sich eigentlich nur noch anschaut, weil man am nächsten Tag mitlästern möchte...
Der deutsche Beitrag dieses Jahr war schlecht. Trotzdem fand ich die No-Angels im Vergleich bei weitem nicht so schlecht, wie sie abgeschnitten haben -- der letzte Platz war nicht gerechtfertig.
Wirklich gut gefallen hatten mir die alten Herren aus Kroatien -- leider sind die auch nur im hinteren Feld gelandet.
Anyway -- nächstes Jahr jedenfalls wieder!

- Coke
Seit nunmehr 10 Jahren schaue ich regelmäßig den Eurovision Song Contest und bin jedes Jahr aufs neue entsetzt, wer da so gewinnt.
Allerdings gab es auch immer wieder schöne Highlights und Entdeckungen, die mich für den Euro-Dance-Schrott entschädigt hat, der da Jahr für Jahr in Massen auf die Zuschauerschaft abgefeuert wurde. So war die türkische Band Athena wirklich ein erfrischender Kontrapunkt im Wettbewerb 2004 und hätte, wenn ich mich recht entsinne auch beinahe gewonnen.
Auch dieses Jahr war der türkische Beitrag (leider hab ich den Namen der Band nicht auf dem Schirm) mehr als hörenswert.
Coke, ich muss Dir leider wiedersprechen, weder Castingshows noch der Eurovision Song Contest sind in meinen Augen eine Plattform für junge Talente, sie sind eher der Marktplatz für die Macher solcher Formate um das schnelle Geld zu machen und die teilnehmenden Protagonisten werden meines Erachtens nach verheitzt.
Das Problem dabei ist weniger der Wunsch des Publikums nach Fast-Hear-Musik, sondern eher der fehlende Mut der Plattenindustrie auf Qualität zu setzen. Das Angebot regelt die Nachfrage, leider !
Deinem Widerspruch
weder Castingshows noch der Eurovision Song Contest sind in meinen Augen eine Plattform für junge Talente, sie sind eher der Marktplatz für die Macher solcher Formate um das schnelle Geld zu machen und die teilnehmenden Protagonisten werden meines Erachtens nach verheitzt.

... kann ich leider nicht widersprechen.
Du hast recht. Aber vielleicht dienen diese Shows als schlechtes Beispiel für jemanden, der mal wagt, *wirklich* Musik breitenwirksam zu fördern? Oder ist das wieder ein Widerspruch in sich?

- Coke
Ich muss ja zugeben, dass ich das in diesem Jahr überhaupt nicht verfolgt habe (ich besitze ohnehin keinen Fernseher

) und ich dieser Veranstaltung nicht viel abgewinnen kann. Die Idee dahinter ist natürlich wunderbar, ein musikalisches Miteinander der verschiedenen Nationen in Europa. Nur leider ist die Umsetzung mehr als oberflächlich und fad, streckenweise sogar peinlich. Die kulturellen Identitäten der Teilnehmerländer sind doch überhaupt nicht mehr erkennbar, die Musik ist selten originell und seitdem man erlaubt hat, auch in anderen Sprachen zu singen, hat das Ganze für mich seinen Sinn verloren.
Mit Talentförderung hat das auch nichts zu tun, denn gerade in Osteuropa gibt es so viele wahnsinnig gute Musiker, die nie Einzug in diese Show finden würden, weil sie nicht "Mainstream" genug sind. Auf den kleinsten Bühnen in Berlin finde ich mehr Talente als in dieser Show.
Nachdem die ARD mit Radiomultikulti Ende Dezember nun auch eine der letzten Plattformen für Musik jenseits des Dudelfunks einsparen wird, frage ich mich ernsthaft, ob die öffentlich-rechtlichen Anstalten überhaupt noch Interesse an der Förderung von Kultur haben oder ob sie die Gebührenzahler einfach nur noch mit leichter Kost berieseln wollen. Quoten scheint dieses Sangesspektakel anscheinend ja noch zu bringen.
War das jetzt zu polemisch?
Nun ja: Nicht dran stören, Podcasts hören

Der Eurovision Song Contest ist ... naja. Etwas unnütz. Jedes Jahr gewinnen Länder aus dem Osten. Finnland nicht dazu gezäht. Tatsächlich hat Finnland mit ihrem Stück "Rock Haleluja" doch nicht durch die Musik, sondern eher durch ihr Kostüme und Masken gewonnen.
Die Ost-Länder wählen sich alle untereinander - vielleicht könnte man den Wettbewerb einteilen - West-Europa und Ost-Europa... obwohl. Für manche Länder wäre das auch wieder unfair (Finnland...)
"Kerneuropa"
Naja, ob es überhaupt einen "fairen" Modus geben kann? Ich erinnere mich an Zeiten als eine Österreich-Juri prinzipiell keine Punkte an Deutschland vergeben hat, woraufhin die Deutschland-Juri im Folgejahr...
... letztendlich ist es ein Sumpf, der nicht auszutrocknen sein wird. Lasst uns lieber
Fussball kucken Podcasts hören.

- Coke