02.01.2009, 20:58
Hallo Jens,
Du meintest in Folge 15a, würde nur jeder Deiner Hörer 1 EUR zahlen, könntest Du davon leben. Kann das klappen? Mit einem Podcast wie "Ohrenblicke" Geld zu verdienen? Wieviele Hörer gäbe es noch, müsste man pro Folge 1 EUR zahlen? Nur mit einem Download-Shop? Vielleicht sogar über iTunes?
Da hab ich Zweifel: ohne einen Verlag oder eine Radiostation im Hintergrund zu haben, die entsprechende Mittel und Wege zur (Re-)Finanzierung aufwendiger Audioproduktionen haben, dürfte der Aufwand größer sein, als ein 1-Mann-Unternehmen stemmen könnte. Denn ohne Werbung oder Sponsor lässt sich in Deutschland kaum ein Abo-Service finanzieren: Zeitungen/Zeitschriften schaffen es nicht, die Musik-Industrie schafft es nicht (ist Napster profitabel?), nicht mal H**** hat es geschafft (warum auch immer...
). (Am Rande: leider gibt es noch kein Update von Jürgen Schlund, wie weit er mit seinem Blues-Projekt ist.) Im weiteren Sinne: auch Premiere schafft es nicht.
Das "Problem" ist vielleicht die Medien-Struktur in Deutschland: ein völlig übersättigter Verlags-/Zeitschriftenmarkt oder die unglaubliche Anzahl öffentlicher Rundfunkstationen: warum sollte ich für einen Podcast -- und sei er noch so gut gemacht -- etwas bezahlen wollen?
Jens, lass es mich mal so sagen: das herausstechende Merkmal an Deinem privaten Podcast ist doch, dass Du Dir als Privatpodcaster eine so unglaubliche Mühe machst. Mit diesem Podcast ragst Du aus der Masse ideenloser Me-Too-Podcaster (ja, zu denen ich mich selbst auch zählen muss) deutlich heraus. Würdest Du Deine Produktionen hingegen (nur noch) kostenpflichtig anbieten, wo wäre dann der "Mehrwert" gegenüber der vielen Millionen anderen Audioproduktionen? Würde jemand für eine Jonny-Cash-Amsel Geld bezahlen? Würde jemand für eine psychedelische Folge 14 Geld bezahlen? Für ein Interview mit Deiner Lieblingshörerin? Oder würde jemand für Audio-Eindrücke von einem Tunesischen Markt Geld bezahlen, solange es kostenlose (werbeunterbrochene) Sendungen wie Vox-Tours gibt? Okay, es gibt einen Mehrwert -- nicht zuletzt ich wäre ja durchaus bereit, etwas dafür zu bezahlen. Dann aber wäre es an Dir, das Produkt zu vermarkten, was den hohen Produktionsaufwand nochmals erhöhen würde, das ganze also noch unrentabler machen würde...
Ich fürchte... nein, ich hoffe, dass Du Deine "Rendite" aus den Ohrenblicken anderweitig bekommen musst/kannst. Dass nämlich dieser Podcast das Aushängeschild für Deine Person wird, für Deine profressionellen Tätigkeit ist. Ich weiß nicht, ob Du angestellt oder freiberuflich arbeitest, aber solche Projekte sind doch hervorragende "Türöffner" für weitere Projekte, mit denen dann sehrwohl Geld verdient werden kann? Muss man Projekte wie "Ohrenblicke" nicht als Investition in die Zukunft betrachten, wie auch immer diese Zukunft aussehen mag?
Anyway -- was auch immer Du vorhast: ich drücke Dir alle Daumen, dass es Dir gelingt, eine gewisse Rendite aus diesem oder kommenden Projekten zu erzielen. Auf dass wir noch viele weitere Ohrenblicke-Folgen zu hören bekommen. Und wie Eva ja schon andeutete: einmal im Jahr reißt es Dich durch und wir bekommen wieder irgendwas auf die Ohren, was uns alle umhauen wird. Und dafür warten wir dann gerne etwas länger und drücken ein paar Euro für ab.
Frohes Neues Jahr!
- Coke
Du meintest in Folge 15a, würde nur jeder Deiner Hörer 1 EUR zahlen, könntest Du davon leben. Kann das klappen? Mit einem Podcast wie "Ohrenblicke" Geld zu verdienen? Wieviele Hörer gäbe es noch, müsste man pro Folge 1 EUR zahlen? Nur mit einem Download-Shop? Vielleicht sogar über iTunes?
Da hab ich Zweifel: ohne einen Verlag oder eine Radiostation im Hintergrund zu haben, die entsprechende Mittel und Wege zur (Re-)Finanzierung aufwendiger Audioproduktionen haben, dürfte der Aufwand größer sein, als ein 1-Mann-Unternehmen stemmen könnte. Denn ohne Werbung oder Sponsor lässt sich in Deutschland kaum ein Abo-Service finanzieren: Zeitungen/Zeitschriften schaffen es nicht, die Musik-Industrie schafft es nicht (ist Napster profitabel?), nicht mal H**** hat es geschafft (warum auch immer...
). (Am Rande: leider gibt es noch kein Update von Jürgen Schlund, wie weit er mit seinem Blues-Projekt ist.) Im weiteren Sinne: auch Premiere schafft es nicht.Das "Problem" ist vielleicht die Medien-Struktur in Deutschland: ein völlig übersättigter Verlags-/Zeitschriftenmarkt oder die unglaubliche Anzahl öffentlicher Rundfunkstationen: warum sollte ich für einen Podcast -- und sei er noch so gut gemacht -- etwas bezahlen wollen?
Jens, lass es mich mal so sagen: das herausstechende Merkmal an Deinem privaten Podcast ist doch, dass Du Dir als Privatpodcaster eine so unglaubliche Mühe machst. Mit diesem Podcast ragst Du aus der Masse ideenloser Me-Too-Podcaster (ja, zu denen ich mich selbst auch zählen muss) deutlich heraus. Würdest Du Deine Produktionen hingegen (nur noch) kostenpflichtig anbieten, wo wäre dann der "Mehrwert" gegenüber der vielen Millionen anderen Audioproduktionen? Würde jemand für eine Jonny-Cash-Amsel Geld bezahlen? Würde jemand für eine psychedelische Folge 14 Geld bezahlen? Für ein Interview mit Deiner Lieblingshörerin? Oder würde jemand für Audio-Eindrücke von einem Tunesischen Markt Geld bezahlen, solange es kostenlose (werbeunterbrochene) Sendungen wie Vox-Tours gibt? Okay, es gibt einen Mehrwert -- nicht zuletzt ich wäre ja durchaus bereit, etwas dafür zu bezahlen. Dann aber wäre es an Dir, das Produkt zu vermarkten, was den hohen Produktionsaufwand nochmals erhöhen würde, das ganze also noch unrentabler machen würde...
Ich fürchte... nein, ich hoffe, dass Du Deine "Rendite" aus den Ohrenblicken anderweitig bekommen musst/kannst. Dass nämlich dieser Podcast das Aushängeschild für Deine Person wird, für Deine profressionellen Tätigkeit ist. Ich weiß nicht, ob Du angestellt oder freiberuflich arbeitest, aber solche Projekte sind doch hervorragende "Türöffner" für weitere Projekte, mit denen dann sehrwohl Geld verdient werden kann? Muss man Projekte wie "Ohrenblicke" nicht als Investition in die Zukunft betrachten, wie auch immer diese Zukunft aussehen mag?
Anyway -- was auch immer Du vorhast: ich drücke Dir alle Daumen, dass es Dir gelingt, eine gewisse Rendite aus diesem oder kommenden Projekten zu erzielen. Auf dass wir noch viele weitere Ohrenblicke-Folgen zu hören bekommen. Und wie Eva ja schon andeutete: einmal im Jahr reißt es Dich durch und wir bekommen wieder irgendwas auf die Ohren, was uns alle umhauen wird. Und dafür warten wir dann gerne etwas länger und drücken ein paar Euro für ab.
Frohes Neues Jahr!
- Coke

