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Meine Kindheit und sicher auch mein ganzes Leben wären ohne sie anders verlaufen: Die Kassette entlastete nicht nur meine Eltern in Bezug auf das Erzählen von Gutenachtgeschichten, sie diente auch als Medium für meine ersten "Radiosendungen" und Hörspiele im zarten Kindesalter. Heute habe ich diesen Spiegel-Online-Artikel von 2003 entdeckt. Die Tatsache, dass die Kassette inzwischen schon 45 Jahre auf der Bandrolle hat, hat mich erstaunt, denn mein Vater benutzte während meiner frühen Kindheit noch ein Grundig-Tonbandgerät, um Musik aus dem Radio und auch unsere frühkindlichen Gesanges- und Sprachwerke zu konservieren. Der Kassettenrekorder fand erst in den späten 70ern Einzug in unseren Haushalt und war seitdem mein liebstes Spielzeug.

Auch wenn sich das Spielzeug aufgrund der Digitaltechnik heute stark verändert hat, mein Kassettenkoffer durch Festplatten ersetzt wurde und meine "Radiosendungen" heute Podcast heißen, der Spieltrieb ist nach wie vor geblieben!
Späte Antwort, aber was solls Zwinkern

Als gelernter Radio- und Fernsehtechniker beschäftige ich mich sozusagen aus Leidenschaft immer gerne mit Audiotechnik aus vergangenen Tagen. Nach meinem Wissen waren die ersten Kassettenrekorder durchaus praktisch, das wars dann aber auch. In Sachen Tonqualität waren die Spulen-Tonbandgeräte den Kassetten noch lange überlegen.
Der Siegeszug der Kassetten begann dann in den 70er Jahren, als Hifi so richtig "hip" wurde und die Hersteller die ersten "Tapedecks" auf den Markt brachten, die zumindest für den Normalverbraucher sehr gute Ergebnisse lieferten.
Hallo ddanalog und willkommen im Lieblingshörerforum!

Was die Tonqualität betrifft, da waren Tonbänder den Kassetten natürlich immer überlegen, was logischerweise mit der größeren Bandbreite und der schnelleren Laufgeschwindigkeit zu tun hat. Aber für uns Kinder waren Tonbandgeräte nicht bedienbar und erst die Kassette hat eine Revolution im Kinderzimmer ausgelöst und den Weg für den Erfolg der Hörspielserien geebnet (ein Phänomen das es in der Form nur in Deutschland gab). Die heutigen digitalen Aufnahmegeräte sind für Kinder wieder viel zu kompliziert durch die vielen Möglichkeiten. Früher hat man einfach nur auf Aufnahme gedrückt und konnte seine eigenen Hörspiele machen. Nur schade, dass später alles wieder gelöscht wurde. Zwinkern

Ich erinnere mich auch noch an größere Kassetten, die ins Autoradio meiner Eltern passten (irgendwann in den 70ern), das war wohl ein Format, das sich nicht durchgesetzt hat.
Hallo Ohrenblicker,

in Punkto Einfachheit hast Du garantiert Recht. Von der Seite hab ich das natürlich wieder nicht gesehen. Obwohl ich die komplizierte Bedienung von Tonbandgeräten schon früh hautnah miterlebt habe und wie unfähig man mit 5 oder 6 Jahren ist. Damals hatte ich richtig schön Bandsalat mit nem UHER Royal Deluxe veranstaltet, da war die Freude natürlich groß. Damit das dann aufhörte, habe ich ganz schnell meinen ersten eigenen Kassettenrekorder bekommen, ein gar nicht mal so übles Teil, dass ich heute noch funktionstüchtig da habe. Immerhin hats jetzt runde 25 Jahre auf dem Buckel.
Auch mit den Hörspielen hast Du wohl Recht. So ein paar Klassiker haben sich bis heute gehalten, und sie gibt es immer noch als Kassette für Kinder zu kaufen. Auch entsprechend einfache Geräte gibt es immer noch. Ist schon etwas urig, solche Gerätschaften zwischen den ach so tollen "High-Tech-Produkten" zu finden, gefällt mir aber irgendwie Zwinkern

War das, was Deine Eltern im Auto hatten, so nen 8-Spur-Gerät? War doch eigentlich in Amerika total hip, technisch aber wohl eher nen Flop... soweit ich das jetzt aufm Schirm hab...

Beste Grüße
der Daniel
Na, ich hätte als Kind niemals das Tonbandgerät meines Vaters bedienen dürfen. Ich selber bin da weit weniger streng und hatte noch letztes Jahr in meiner Klangzauberer-Gruppe mein mobiles Aufnahme-Setup von einem 5-jährigen verkabeln lassen, der das mit Hingabe tat. Zwinkern

Was die Hörspielserien betrifft: Die werden heute tatsächlich mehr von Erwachsenen gehört als von Kindern (nämlich von denen, die die betreffenden Serien schon als Kind gehört hatten). Ich kenne außerdem einige Hörspielfans, die nach wie vor auf die Kassette als das wahre Hörspielmedium schwören und die CD nur dann kaufen, wenn es das betreffende Hörspiel nicht auf Kassette gibt.

Es war wohl tatsächlich die 8-Spur-Kassette, die Form ist mir noch einigermaßen in Erinnerung. Mir war nur nicht bewusst, dass es sich um 8 Spuren handelte, weil ich bei 8-Spur-Format daran dachte, dass die Spuren gleichzeitig wiedergegeben werden (was ja eigentlich nur bei Aufnahmegeräten Sinn macht), aber sie werden hintereinander abgespielt, mal wieder was dazugelernt. Schade, dass meine Eltern mit dem Auto auch alle Kassetten verkauft hatten, die haben bestimmt Sammlerwert.
Bedienen hätte ich das Tonbandgerät auch nicht, aber getan hab ichs dennoch. Naja, es war dann schnell wieder einsatzfähig Zwinkern

Was die Hörspiele angeht, war mir gar nicht so bewusst, dass die von Erwachsenen im großen Stil gehört werden. Zugegeben hör ich selbst gerne mal rein, allerdings beschränke ich mich auf den noch vorhandenen Fundus aus Kindertagen.
Der Markt scheint dennoch Kinder bedienen zu wollen, da ich letztens noch "Kinder-Kassettenrekorder" gesehen habe. Schön rot aus Plastik. Und mit Edel-Mikrofon dran Lächeln

Die 8-Spur-Technik hat sich meines Erachtens wegen der lausigen Qualität nicht durchsetzen können. Das entsprechende Foto bei Wiki von der Mechanik spricht ja schon fast Bände. Schlechte Bedienbarkeit und lausige Tonqualität wäre dann der traurige Rest. Den Erfolg in den USA schiebe ich mal einfach auf das Klischee, dass der Amerikaner als solcher keinen großen Wert auf Qualität bei Audio (und Video) legt. Das passt jedenfalls zusammen. Ich will ja keinem was unterstellen, aber ich glaube, so ein bisschen ist was dran an diesem Klischee...

der Daniel

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